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Ein ganz normaler Tag

October 26, 2017

Wie schön es doch ist, ein Pferd zu haben. Man kann ausreiten, wann man will, hat ein Tier zum kuscheln und kann jeden Tag seine Freizeit im Stall verbringen. Während man über Felder galoppiert, lässt man sich die Sonne auf die Haut scheinen und den Wind durch die Haare wehen. Ein Pferd zu haben klingt soooo romantisch... 

 

 

 

Es ist Dienstag.

5:00 Uhr ... Aufstehen. Wir müssen auf Arbeit gehen. Dort verbringen wir die nächsten 8-10 Stunden, leiden je nach Beruf unter Stress und haben uns über den ein oder anderen Kollegen  geärgert oder sind frustriert über das schlecht gelaufene Meeting.

15.30 Uhr .... Feierabend! Endlich.... Wir fahren noch schnell zur Post, um ein Paket abzugeben (Leider hat die neue Schabracke so gar nicht zur Fellfarbe des Pferdes gepasst, also muss sie leider wieder zurück). Es sind mal wieder nur Schleicher auf der Straße.... Man jetzt fahrt doch. das ist eine Straße und kein Parkplatz...

16:30 Uhr Daheim angekommen. Jetzt schnell umziehen und ab in den Stall. Aber ja nichts vergessen. Hat man noch genügend Äpfel und Möhren im Auto? Nicht das, dass Pferd verhungert...

17.00 Uhr ...Endlich Im Stall angekommen, sieht man einen vollen Reitplatz und eine Menge Reitschüler. Mehr oder weniger gut gelaunt (man wollte sich doch von der Arbeit erholen), geht man nun auf die Koppel und holt sein Pferd (es steht natürlich in der letzten Ecke der Weide).

Ohh ... prima...Das Pferd hat Schönheitspflege betrieben...und eine Schlamm-Packung aufgetragen. Okay... reiten wir heute nicht, wir entscheiden uns für Bodenarbeit. Ist eh besser, denn der Roundpen ist im Gegensatz zum Platz und der Halle frei.

(wir versuchen das Pferd aber trotzdem zu putzen... soll ja immer das hübscheste vom Hof sein. :) )

18.00 Uhr... Wir stehen endlich im Roundpen, und treiben unser Pferd an, das hat aber überhaut keine Lust zum Arbeiten und trödelt nur so vor sich hin. Wir versuchen unser Pferd zu motivieren.... plötzlich beginnt der Regen.... Aber wird sind doch nicht aus Zucker und bleiben draußen. 

19.00 Uhr ... Als wir wieder in den Stall kommen sind wir durchweicht. Uns fröstelt und alles klebt am Körper. Aber wenigstens hat sich das Pferd bewegt.

19.15 Uhr ... Noch schnell füttern...

19:30 Uhr ... wie genüsslich ein Pferd fressen kann, wenn man Heim möchte... 

19:45 Uhr ... Wir bringen das Pferd zurück auf die Weide (es regnet übrigens immer noch, jetzt mit Wind). An der Koppel nimmt das Pferd noch schnell den Apfel, den wir ihm hinhalten und verschwindet. 

20:00 Uhr ...Wir kehren den Putzplatz und machen die Pferdeäpfel weg , die irgendjemand (natürlich unser Pferd) mitten auf dem Hof fallen gelassen hat. 

20:30 Uhr... wo zur Hölle ist die Zeit nur hin? Schnell fahren wir los und gehen noch einkaufen, der Kühlschrank ist schon wieder leer.... Zum Abendbrot hatte man auch noch nichts. Die anderen Kunden im Laden dürfen den herrlichen Duft von Mist und Stall genießen, denn zum umziehen war keine Zeit mehr. 

21.30 Uhr... Endlich daheim. Müde fallen wir aufs Sofa.

 

Welcher Pferdebesitzer / Reiter kennt das nicht? 

Doch im Stall gibt es scheinbar unendlich viele Möglichkeiten wie man Zeit verlieren kann. Ob durch Reiterfreunde, mit denen man den ein oder anderen Plausch hält oder weil man beherzt einem anderem zur Hilfe kommt, weil sein Pferd nicht das tun will, was es soll.  Man kann die Geschichte unendlich weiterspinnen....

 

Doch dann gibt es noch die Tage, die einen völlig aus dem Plan bringen und völlig anders laufen als geplant:  

 

- Unser Pferd kommt uns auf der Koppel entgegen ... und geht lahm. Beim spielen auf der Weide, gab es eine Prellung, eine Zerrung, Bisse und Platzwunden oder schlimmstenfalls einen Bruch. Wir verbringen unseren Abend auf den Tierarzt wartend. Die folgenden Tage sind wir mit dem Geben von Schmerzmitteln und Auftragen von Salben beschäftigt. 

 

- Das verlorene Eisen... der Klassiker. Meistens wenn man sich was ganz tolles vorgenommen hat... Ausreiten...Springtraining.... Reitunterricht... Doch nun heißt das Eisen suchen... Juhu und dabei ist noch gar kein Ostern. Und natürlich den Hufschmied anrufen nicht vergessen.

 

- Die Kolik. Man kommt auf die Koppel und bemerkt das das Pferd anders ist. Es  wirkt wie ein Luftballon, völlig aufgebläht, kommt freiwillig nicht einen Schritt mit und wenn man den Putzplatz dann mal erreicht hat, beginnt es zu flehmen und gegen den Bauch zu treten. Herzlichen Glückwunsch... der nächste Tierarztbesuch oder schlimmstenfalls sogar Klinikaufenthalt gewonnen.

 

 

Ich glaube ihr könnt mir noch unzählige Situationen nennen die schief gehen können. Der romantische Gedanke Pferd, wird leider oft von der Realität eingeholt.

 

Doch egal was passiert, egal wie viel Zeit so ein Stallbesuch in Anspruch nimmt... Wir alle lieben unsere Pferde über alles, wissen das Pferde auch sehr viel schöne Erlebnisse bringen und vergessen damit alles unangenehme gerne. :)

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