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Dramatische Jahre - das Leben mit chronischer Bronchitis

November 4, 2017

Die Sonne scheint, es sind 30 Grad... Badewetter, kalte  Getränke und schwitzend im Sonnenstuhl liegen.

- Doch ich machte mir sorgen um mein Pferd.

Kaltes Herbstwetter, es regnet und stürmt. Kuscheln auf dem Sofa und ein Glühwein. 

- Doch ich machte mir Sorgen um mein Pferd. 

... eigentlich machte ich mir immer Sorgen um mein Pferd... Ich kam auf die Koppel und mein Blick ging zuerst zu den Nüstern. Wie schlimm ist es heute? Bekommt er schlecht Luft? Blähen sich die Nüstern schon wenn er in Ruhe steht? Kann ich es wagen heute ausreiten zu gehen? Oder bleib ich besser auf dem Platz, nicht das er mir unterwegs zusammen bricht? Solche oder ähnliche Gedanken waren ein fester Bestandteil bei der Arbeit mit Walter.

 

Er kam bereits mit einer chronischen Bronchits bei uns im Stall an (damals war ich seine Reitbeteiligung).  Er hustete und schlimmer noch, er bekam schlecht Luft, hatte starke Lungengeräusche und oft konnte man schon von weitem sehen wie er pumpte, um überhaupt noch Luft zu bekommen.

Auch war seine Verfassung wetterabhängig. War es sehr warm, sehr windig oder war die Luft sehr feucht, bekam er am schlechtesten Luft. Aber auch bei "gutem Wetter" blieb es oft ein Glücksspiel. Anfangs ging er noch im Reitunterricht als Schulpferd, doch durch seinen unbeständigen Zustand, war auch das bald nicht mehr tragbar. Ich ritt ihn im Sommer abends, wenn die Sonne unterging und es kühler wurde oder ich stand früh um 4 auf, um vor Sonnenaufgang ausreiten zu gehen. Die kühle, frische Luft tat ihm gut. Doch sobald die Sonne über dem Horizont stand, spürte ich, wie ihm das Atmen schwerer fiel.

Eines war klar, Walter musste sich bewegen, denn nur so gab es die Chance, dass seine Lungenfunktion sich besserte. Also versuchte ich jeden Tag mit ihm zu arbeiten. Meist durfte er dabei selbst entscheiden, was er wollte und wie viel er vor allem konnte. Die Gefahr bestand darin, das er bei Überlastung und dem geringen Sauerstoff im Blut einen Kreislaufzusammenbruch erleiden würde. Ich lernte jedoch mit der Zeit, wie viel ich ihm bei welchem Wetter zutrauen konnte. Im Gelände fielen die Trab- und Galoppstrecken meist sehr dürftig aus, schnell verlor er an Kraft und wir mussten wieder Schritt gehen. Mir machte das nichts aus und ich freute mich über jeden Tag, an dem wir ins Gelände gehen konnten.   

Zum Leid der anderen Reiter auf dem Hof, konnte ich auch nie einen Ausritt planen. Ich musste immer spontan, nach der Tagesform von Walter, entscheiden, ob ich einen Ausritt machen konnte oder nicht. 

 

Es wurde mal besser und dann wieder schlechter und der Tierarzt kam und ging. Es gab sogar Zeiten, da konnte man wieder bedenkenlos zu jeder Tageszeit reiten. Eine Fahrt im Hänger nach Nürnberg zu einem Reit- Kurs, verschlimmerte die Situation jedoch erneut. Ich weiß bis heute nicht, ob der Stress, das Heu im anderen Stall oder gar die fremde Umgebung selbst die Ursache dafür war. 

 

Seitdem wurde es nicht mehr besser und es vergingen 1,5 Jahre in denen ich kämpfte und bangte. Jedes Mittelchen was der Tierarzt mitbrachte, ließ neue Hoffnung in mir aufkeimen. Kräutermischungen und selbstgemacht Hustensäfte aus Spitzwegerich... egal was ich auch versuchte, nichts konnte eine deutliche Besserung bewirkten. Auch die Schulmedizin war an ihre Grenzen gekommen. Es schien, als müssten Walter und ich uns damit abfinden. Zusätzlich fürchtete ich, dass irgendwann der Tag kommen würde, an dem die damaligen Besitzer ihn hätten erlösen müssen. 

Das konnte und wollte ich nicht akzeptieren und so habe ich ihn in der Hoffnung übernommen, doch noch einen Weg zu finden, der uns noch ein paar schöne, gemeinsame Jahre schenkt. 

Ich begann viel zu verändern. Ich baute einen "Heubedampfer", kaufte gewaschenen Hafer, ließ ihn täglich, vor und nach dem Reiten, mit einem Ultraschall-Inhalator inhalieren und tauschte das Einstreu gegen staubfreie Strohpellets. Im Winter gab es zusätzlich noch jeden Tag Salbeitee. Und siehe da, sein Zustand stabilisierte sich, er war jedoch noch weit davon entfernt, geheilt zu sein.

Darauf hin habe ich das Internet durchsucht, um eine Heilmethode für seine Krankheit zu finden. Eine mehrwöchige Therapie an der See und ein Aufenthalt in der Klinik, in Verbindung mit einer Spülung der Lungen, sind nur zwei Beispiele aus den gefundenen Möglichkeiten. Aber: Die meisten Therapien kosteten mehrere Tausend Euro, waren sehr risikoreich und die weitere Prognose war bestenfalls ungewiss, da die Ursache der Bronchitis immer noch ungeklärt war und ebenfalls an den Haltungsbedingungen liegen konnte. 

 

Eines Tages sprach ich mit einer Freundin. Sie erzählte mir von den Erfolgen, die eine Tierheilpraktikerin mit Bioresonanz-Therapie bei der Krankheit ihrer Stute erzielt hat. Ich gebe ehrlich zu, ich glaubte nicht daran und hielt es für esoterischen Humbug. Aber irgendwas in mir wollte nichts unversucht lassen. Ich wollte mir selbst nie vorwerfen müssen, dass ich nicht alles versucht habe. Hinzu kam, das es im Vergleich zu den anderen Verfahren, eine günstige und ungefährliche Therapie ist. Also warum es nicht wenigstens versuchen!?

Ich fand eine sehr gute Tierheilpraktikerin und skeptisch, aber dennoch Hoffnungsvoll, erwartete ich ihren ersten Besuch. Sie sagte mir gleich zu Beginn, dass sie keine Wunder vollbringen könne und das sie mir auch nicht versprechen kann, dass es bei meinem Pferd anschlägt. Allein diese Ehrlichkeit ließ mich vertrauen zu ihr fassen und Walter fand sie auch ganz toll. ;)

Bereits nach der zweiten Behandlung, war eine Verbesserung spürbar. Der Husten wurde weniger und die Atemnot ließ nach. Nach einem Jahr und monatlicher Behandlung war mein Walter endlich beschwerdefrei. Wir konnten normal ausreiten gehen und seine Kondition wurde kontinuierlich besser. Endlich, nach so vielen Jahren konnte er ein ganz normales Pferdeleben führen.

Die Bioresonanz-Therapie trotz aller Zweifel auszuprobieren, war die beste Entscheidung meines Lebens. Zwar verstehe ich bis heute nicht zu 100 Prozent, wie es funktioniert, aber das spielt für mich keine Rolle, denn was zählt, ist das Ergebnis. Es ist mir auch egal, wenn mir manche Leute selbst heute noch sagen, das es nur Hokuspokus war und wissenschaftlich nicht belegbar ist... Walter ist gesund und diese Tatsache allein zeigt mir, dass es etwas bewirkt hat, wo mehrere Jahre Schulmedizin gescheitert sind. Ich bin meiner Tierheilpraktikerin so unendlich  dankbar dafür!

 

Im Frühjahr diesen Jahres sind wir nun in einen Aktiv- und Bewegungsstall umgezogen. Keine Boxenhaltung mehr, nur frische Luft und Bewegung. Der Husten, der trotz aller Erfolge immer wieder mal zurück kam, ist nun komplett verschwunden. 

Ich bin so glücklich, dass ich mir endlich keine Sorgen mehr machen muss...

 

 Foto: Sonnenaufgang... zum Glück noch angekommen bevor es wieder warm wird. 

 

(Um diesen Artikel zu vereinfachen haben ich hier nur von mir gesprochen. Aber in Wirklichkeit haben haben mich und Walter so viele Leute so unendlich unterstützt. Ganz vorne dran natürlich die alten Besitzer von Walter. Gleich danach meine Mutti, die immer da war, wenn ich mal nicht in den Stall konnte und sich auch so mehrer Tage in der Woche liebevoll um Walter gekümmert hat. Und nicht zu vergessen mein Freund, der selbst wenn ich schon eingekuschelt auf dem Sofa lag, Walter noch seinen Tee gebracht hat und mit mir früh um 4 aufgestanden ist, um mit ausreiten zu gehen.) 

 

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