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Warum ich Trainer werden will und die ersten Erfolge...

March 17, 2018

Meine neue Leidenschaft ist die Ausbildung zur Dual-Aktivierungs- und Equikinetic-Trainerin bei Michael Geitner. Heute möchte ich euch erzählen, warum ich dieses Ziel verfolge und was ich in den letzten Wochen mit meinem neuen Wissen so erlebt habe. 

 

Alles fing letzen Sommer an, als ich auf Facebook stöberte und auf ein Video stieß, worin ein Psychologe (leider weiß ich nicht mehr wie er hieß) über das Bildungssystem und die Probleme, die es mit sich bringt, sprach. Ich empfand seine Ausführungen als sehr interessant und war wie gefesselt davon. Irgendwann in der Mitte des Beitrags sagte er sinngemäß: Der Mensch von heute macht einen entscheidenden Fehler. Er macht beruflich nicht das, wozu er Talent und Leidenschaft hat, sondern das, was ihm die Gesellschaft vorlebt und von ihm erwartet. So könne man nie wirklich glücklich werden. Würde jeder das tun, was er wirklich kann und aus vollem Herzen will, hätten wir keine Burnout -Patienten und Arbeit wäre kein notwendiges Übel mehr. 

Der Gedanke ließ mich nicht mehr los. Nicht weil ich unglücklich in meinem Beruf bin, sondern weil ich überlegte, wo meine Leidenschaft und mein Talent liegen und welchen Beruf ich dafür ergreifen müsste. Ich bin gelernte Mechatronikerin und arbeite inzwischen in der Forschung und Entwicklung, aber wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich das nicht gewählt, weil da meine Interessen liegen, sondern weil mir nichts anderes zum damaligen Zeitpunkt einfiel. All das was ich wirklich wollte (Psychologe, Gerichtsmediziner, ...), konnte ich aufgrund meines Notendurchschnitts nicht studieren. Also griff ich zu einer Ausbildung bei der ich wusste, dass man danach nicht am oft zitierten Hungertuch nagt. Das mir die Ausbildung trotzdem Spaß gemacht hat und ich mich zudem recht geschickt anstellte, war ein reiner Glücksfall. Ich mache meine Arbeit gern, habe ein gewisses Talent aber Leidenschaft???

Ich musste nicht lange überlegen um festzustellen, das meine größte Leidenschaft bei den Pferden liegt. Das Reiten und die Ausbildung meiner geliebten Vierbeiner und der Umgang mit Tieren allgemein, ist mein größtes Talent. Die Worte des Psychologen hatten etwas in mir ausgelöst. Meine Gedanken kreisten immer wieder um dieses Thema und ich konnte sie einfach nicht abschütteln. Nur wenige Stunden nachdem ich das Video gesehen hatte, googlte ich nach Trainer-Ausbildungen der verschiedensten Art. Nach kurzer Zeit landete ich auf der Web-Seite von Michael Geitner. Ich wusste, das er mit Dualgassen und dem blau-gelb System trainiert, viel mehr zugegebenermaßen nicht. Die Methode hat mich schon immer fasziniert und seine Trainerausbildung hat einen entscheidenden Vorteil gegenüber allen anderen, die ich gefunden habe. Man muss kein eigenes Pferd mitbringen oder ausbilden. Klar habe ich 2 Pferde, aber beide will und kann ich nicht aller paar Monate durch halb Deutschland fahren. Das war für mich von Anfang an klar und jedes mal ein Ausschlusskriterium, wenn ich mich auf anderen Trainerseiten informiert habe. 

Also meldete ich mich kurzentschlossen für die Winterausbildung an. (Gerne hätte ich eher angefangen, aber da ich bis Ende 2017 noch ein Fernstudium absolviert habe, wollte ich dieses zuerst erfolgreich abschließen.)

Die Vorfreude und die Aufregung wurden immer größer und endlich begann der 1. Ausbildungsblock im Januar....

 

Michael (Mike) hat eine unheimlich tolle Art mit Pferden umzugehen, die zudem mit meiner eigenen Philosophie völlig übereinstimmt. Ich bekam Einblick in das Denken der Pferde, wie das Gehirn funktioniert und welche Abläufe da stattfinden. Obwohl ich schon 15 Jahre mit Pferden arbeite, wurden mir auf einmal bestimmte Verhaltensweisen erklärbar, da ich nun Begriff, warum sich Pferde so verhalten. Wie oft hatte ich Situationen schon fehl gedeutet, und nun machte alles einen Sinn. 

Ein Beispiel? Gerne. 

Stellen wir uns vor, wir reiten immer die selbe Strecke. Das Pferd geht zuverlässig an der der Mülltüte vorbei, die bereits seit Wochen an der selben Stelle liegt und die es schon oft gesehen hat. Eines Tages ist ein kleiner Ast auf die Tüte gefallen und diese hat nun eine "Delle". Diesmal scheut das Pferd und will auf keinen Fall vorbeigehen. Jeder Reiter kennt das Phänomen und fragt sich warum?

Hier die Erklärung. Das Tier hat selbst diese kleine Veränderung bemerkt und kann sie nicht einordnen. Pferde sind Flucht- und Beutetiere und deshalb immer auf der Hut vor Fressfeinden. Um Bedrohungen möglichst frühzeitig zu erkennen, hat sich das Pferdehirn auf die Wahrnehmung von Formen spezialisiert. Dadurch sind sie in der Lage Veränderungen im Bereich von 0,4mm zu erkennen. Wie oft ab ich gedacht das Pferd will mich "verarschen", weil es an den unmöglichsten Stellen verrückt gespielt hat. Doch nun weiß ich es besser... es sieht einfach nur besser/anders als ich. 

 

Mike hat außerdem das Talent den Zuhörer mit seinen Worten zu fesseln. Noch nie habe ich erlebt, das ich einem Menschen so lange gespannt und konzentriert zuhören kann. Die Tage hätten ruhig noch länger sein können. Oft fand ich es Schade, wenn es bereits 17 Uhr war und wir alle wieder in unsere Unterkünfte mussten. Ich habe die Informationen förmlich aufgesaugt und abends im Bett die Unterlagen noch einmal durchgeblättert ... "Welche Funktionen übernehmen gleich nochmal die verschiedenen Hirnareale? Wie war das mit den Muskeln und den Faszien?..."

 

Auf der einen Seite traurig, dass die tollen Tage schon vorbei waren, aber auf der anderen Seite auch voller Vorfreude auf das erste Training mit meinen beiden Pferden, fuhr ich am Sonntag wieder heim. 

Ich hatte sehr viel über die Anatomie der Pferde, die Funktion und den Aufbau von Muskeln gelernt und wir hatten uns intensiv mit der Equikinetic auseinander gesetzt. 

Die Schwachstellen meiner Pferde kannte ich ja zum Teil bereits, zum anderen hatte Mike mich sensibilisiert und so erkannte ich Weitere.

Meine Stute hat keine Bauchmuskeln, benutzt die Hinterhand nicht und besitzt kaum Balance. Mein Wallach braucht mehr Rückenmuskulatur und er tritt hinten links an sich vorbei, ist also in sich schief. Kurz gesagt die idealen "Opfer", an denen ich mein neu erlerntes Wissen und die Equikinetic anwenden konnte. Mir ist so wichtig, dass ich das, was ich später meinen Kunden "verkaufen" und vermitteln möchte, auch selbst ausprobiert habe und von dem Erfolg überzeugt bin.

 

Doch was ist Equikinetic eigentlich? Equikinetic ist ein effektives Muskelaufbau-Programm für jegliche Rasse, egal ob Profisportler, Freizeitpferd, Rentner oder Reha-Patient. Die Pferde werden geradegerichtet und zum untertreten animiert. Die Muskulatur wird gleichmäßig und bis in die tiefen Muskelgruppen gearbeitet und aufgebaut. Dadurch wird es dem Pferd ermöglicht, den Reiter gesund zu tragen. (Mehr erfahrt ihr unter: https://www.pferde-geist.com/equikinetic)

 

Ich begann also mit dem 12 wöchigen Training (3 Tage die Woche mit jeweils 48 Stunden Pause zwischen den Einheiten). Ich gebe zu, anfangs war ich etwas skeptisch, da eine Einheit lediglich aus 8 Arbeitsphasen mit der Dauer 1 Minute und anschließenden 30 Sekunden Pause besteht. Ich musste mich regelrecht dazu zwingen meine eigen Vorgaben auch einzuhalten, weil es mir zu wenig erschien. Am Anfang machten mir meine beiden Vierbeiner deutlich klar (jedes Pferd auf seine Weise), wie blöd sie dieses Training finden. Nach und nach ließen sie sich jedoch darauf ein und ich konnte tatsächlich nach den 8 Einheiten in müde, aber zufriedene Pferdeaugen blicken. 

Ich erkannte, wie anstrengend das Ganze doch ist.

 

Wir haben mit meiner Stute schon viele Trainingsarten ausprobiert, aber unser Physiotherapeut schüttelte leider immer wieder mit dem Kopf und meinte, das sich weder Balance noch die Hinterhandaktivität sichtlich verbessert hätten. Hinzu kam, das sie in regelmäßigen Abständen entweder Koliken bekam, oder sich andere Verletzungen zuzog. Jeder kleine Erfolg wurde so schnell wieder zunichte gemacht, weil wir sie wieder schonen und das Training aussetzen mussten. Kaum sah man kleine Fortschritte, kam der Tag an dem es wieder bergab ging. Ich gebe zu, wir waren oft frustriert und dem Verzweifeln sehr nah. 

 

Um das Pferd optimal zu trainieren, wird empfohlen, während der 3 monatigen Trainingsphase nicht zu reiten. Anfangs ist das nicht einfach und man kommt immer wieder in die Versuchung doch aufs Pferd zu steigen. Aber hier ist Durchhalten wichtig! 

Wir sind jetzt am Ende der 7. Woche und ich möchte nicht länger um den heißen Brei reden, sondern euch Ergebnisse zeigen, denn die können sich bereits sehen lassen. Den Verlauf bei meiner Stute habe ich mit Bildern dokumentiert.

 

Links seht ihr immer das Bild, wie Intencja vor dem Equikinetic-Training ausgesehen hat, rechts das Bild von heute, nach fast 8 Wochen. (ja ich weiß, sie ist nicht geputzt auf den ersten Bildern):

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ihr Rücken hat sich angehoben, der Halsansatz hat sich verbessert und die Bauchmuskeln sind mehr geworden, wodurch der Bauch weniger durchhängt. Wenn man sie von hinten anschaut, kann man erkennen das sie gleichmäßiger bemuskelt ist und die Gruppe runder geworden ist. Die Muskeln, die durch die falsche Belastung entstanden sind, haben sich zurück gebildet.  

 

Ich glaube die Bilder sprechen für sich und ich bin so gespannt, was die nächsten 4 Wochen noch bringen werden. Aber am meisten freu ich mich darauf, sie wieder unter dem Sattel zu haben und die Veränderungen beim Reiten zu spüren. 

 

Ich kann übrigens auch berichten, das mein Wallach sich ebenfalls prächtig entwickelt. Seine Schiefe  werden wir wohl nie ganz beheben können, aber es wird merklich besser. Er hat einen wundervollen Hals bekommen und auch sein Rücken hat sich deutlich verbessert. Leider habe ich bei ihm das dokumentieren verpasst. 

 

Ich bin so glücklich, das ich diese Ausbildung begonnen habe und kann es kaum erwarten, sie an Ostern abzuschließen. Ein Traum wird wahr!

 

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